Leider stellt der Finanzplan viele Gründer vor eine große Herausforderung. Doch damit steht und fällt die gesamte Geschäftsidee.

Anhand der erarbeiteten Zahlen lässt sich die Prognose treffen, ob die Gründung wirtschaftlich ist und Investoren erhalten einen Einblick, ob es sich lohnt, in diese Gründung zu investieren.

Der Finanzplan: Einblicke in die Unternehmerpersönlichkeit

Viele Gründer lassen die Finanzplanung links liegen, weil sie entweder damit überfordert sind oder sich auf scheinbar wichtigere Dinge konzentrieren wollen. Schließlich lassen sich Renditepotenzial, Kapitalbedarf, Mittelverwendung und Liquiditätsentwicklung ohne großen Aufwand beurteilen – eben nicht!

Da kaum eine Gründung ohne Fremdkapital auskommt, erfahren Banken und Investoren anhand der eingereichten Unterlagen nicht nur Kennzahlen, sondern auch, mit welcher Unternehmerpersönlichkeit sie es zu tun haben.

Interessant ist auch, ob ein Gründer an alle Kosten von der Entwicklung, über Marketing, bis hin zum Personal gedacht hat und welche Prognosen es für Erlöse und die Kostendynamik gibt. Nicht zuletzt bildet der Finanzplan eine der wichtigsten Diskussionsgrundlagen. Wurden hier die Hausaufgaben nicht gemacht, glaubt selbst der großzügigste Investor nicht daran, dass die Geschäftsidee zum Erfolg werden kann.

Da die Erstellung eines Finanzplans sehr komplex ist, lohnt es sich, die Angebote externer Beratungsstellen zu nutzen. Zu Beginn reichen hier auch meist fachbezogene Bücher oder Software aus. So bietet der Haufe Verlag passende Werke und Software an.

Das gehört auf jeden Fall in den Finanzplan

Ein fundierter Finanzplan setzt sich wie folgt zusammen.

Kapitalbedarfsplan

Hier geht es nicht nur um die Gründungskosten, sondern auch um die laufenden Kosten wie Büro, Marketing und Produktentwicklung.

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Liquiditätsplan

Ein Gründer muss hier unterstreichen, dass die zu erwartenden Einnahmen auf jeden Fall, die laufenden Kosten decken.

Gewinn- und Verlustrechnung

Hier werden alle voraussichtlichen Aufwendungen und Erträge aufgeführt.

Rentabilitätsvorschau

Bei der Rentabilitätsvorschau werden alle wichtigen Kennzahlen aus dem Finanzplan berücksichtigt. So ist es hier möglich festzustellen, ob sich das Vorhaben lohnt und sich die Geschäftsidee auf Dauer tragen kann.

Die 5 Fehlerquellen im Finanzplan

Bei der Erstellung eines Finanzplans sollten Gründer die folgenden Fehler vermeiden.

Zu optimistisch geplante Umsätze

Wer bei seiner Umsatzplanung zu enthusiastisch ist, läuft Gefahr, einen zu niedrigen Kapitalbedarf anzugeben, der zu einem Liquiditätsengpass führen kann. Grundsätzlich dauert es mindestens drei bis neun Monate länger, bis die erwarteten Umsatzwerte eintreffen.

Daher sollte unbedingt ein finanzielles Puffer berücksichtigt werden. Fatal ist es ebenfalls, auf ein lineares Wachstum zu setzen, was in vielen Branchen durch saisonale Schwankungen an der Realität vorbei geht.

Falsche Kalkulation der Mitarbeiterkosten

In vielen Finanzplänen fallen die Personalkosten zu niedrig aus. Neben den Bruttolöhnen zahlen Unternehmer auch Teile der Sozialabgaben, weshalb die Lohnnebenkosten berücksichtigt werden müssen.

Vernachlässigung der Steuern

Am Fiskus kommt niemand vorbei! Trotzdem fehlen die Abgaben in vielen Finanzplänen. Das wirkt sich selbstverständlich auf die Liquiditätsplanung aus.

Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer wird mit der Vorsteuer verrechnet und ist in der Regel monatlich abzuführen.

Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer ist von jedem Unternehmer abzuführen, ausgenommen Freiberufler. Die Höhe der Gewerbesteuer ist von den Kommunen abhängig. Jedoch profitieren Gründer und Unternehmer von einem Freibetrag in Höhe von 24.500 €.

Steuervorauszahlungen

Müssen unter Umständen in den Finanzplan eingeplant werden.

Marketingkosten zu niedrig kalkuliert

Die Kosten für Marketing werden unterschätzt. Da es günstiger ist Bestandskunden zu halten als neue Kunden zu gewinnen, sollten diese Maßnahmen in die Planung einfließen.

Finanzplan mit Planungstool

Wer noch keine Erfahrung bei der Erstellung eines Finanzplans hat, sollte auf ein Planungstool zurückgreifen. Denn dies enthält meist alle relevanten Features, mit denen die Erstellung vereinfacht wird.

Fazit: Weniger ist mehr

Bei der Erstellung des Finanzplans reicht es aus, auf drei bis fünf Seiten, die Prognose für die nächsten drei Jahre zu erarbeiten. Statt mit Durchschnittswerten zu rechnen, sollte jeder Monat einzeln kalkuliert werden.